4,8 Sterne
haben keine
Frage.
Wenn die Zahl spricht, verstummt die Wahrnehmung.
Aber was verschwindet, wenn eine Zahl spricht?
Und was bleibt?
Sterne.
Kommentare.
Screenshots.
Filter.
Rankings.
Empfehlungen.
Durchschnittswerte.
Vertrauen.
Misstrauen.
Tempo.
Die Erfahrung soll noch Erfahrung sein.
Der Ort soll noch entdeckt werden.
Die Entscheidung soll noch unsere eigene wirken.
Nur das Risiko soll kleiner werden.
Doch wenn Risiko verschwindet, verschwindet nicht nur Unsicherheit.
Es verschwindet auch ein Teil der eigenen Wahrnehmung.
Was riecht der Raum?
Wie klingt der Ort?
Wie fühlt sich der erste Blick an?
Welche Frage hätte ich gestellt, wenn die Sterne nicht schon gesprochen hätten?
Bewertungssysteme sind deshalb nicht einfach Orientierungshilfen.
Sie sind Wahrnehmungsfilter.
Sie machen Welt vorsortiert.
Lesbar.
Vergleichbar.
Rangierbar.
Schnell entscheidbar.
UN/INFORM fragt hier nicht zuerst:
Sind Bewertungen hilfreich oder manipulativ?
Es fragt:
Was geschieht mit unserer Wahrnehmung, wenn Erfahrung als Zahl erscheint?
Was wird leichter?
Was wird uns abgenommen?
Und was üben wir nicht mehr, wenn andere schon entschieden haben?
Vielleicht ist die entscheidende Frage nicht, ob 4,8 Sterne stimmen.
Vielleicht ist die erste Frage:
Warum beruhigt uns eine Zahl, bevor wir selbst gefragt haben?