UN/INFORM · Untersuchung

Information
schließt.

UN/INFORM hält offen, bevor Wahrnehmung Urteil wird.

Information ist nicht neutral.

Sie ordnet.
Sie rahmt.
Sie beschleunigt.
Sie verkürzt.

Sie sagt nicht nur, was zu sehen ist.

Sie bestimmt mit, wie schnell etwas verstanden wird.

Im Alltag erscheinen Informationen selten allein.

Sie erscheinen als Bewertung.
Als Etikett.
Als Score.
Als Versprechen.
Als Nährwert.
Als Preis.
Als Stern.
Als Prozentzahl.
Als Hinweis.
Als Auswahl.

Wir glauben, wir nehmen wahr.

Oft folgen wir nur der bereits vorbereiteten Bedeutung.

UN/INFORM untersucht diese Momente.

Nicht als Verbraucherberatung.
Nicht als Kommentar.
Nicht als Kritikformat.

Sondern als künstlerische Wahrnehmungsarbeit.

Es fragt nicht zuerst:

Ist das richtig oder falsch?

Es fragt:

Was geschieht, bevor wir es schon wissen?

Was sehen wir nicht mehr, weil etwas sofort lesbar wurde?

Was hören wir nicht mehr, weil Klang sofort Bedeutung wird?

Was schmecken wir nicht mehr, weil das Urteil schon bereitliegt?

Was fragen wir nicht mehr, weil die Antwort bereits angeboten wurde?

Diese Ausgabe folgt dem VORDEM-Prinzip: dem Moment, bevor Wahrnehmung zum Urteil wird.

Nicht mehr Information.

Mehr Moment davor.

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